News der Abteilung Karate


Wintertrainingslager Obernsees 2019
20. März 2019 - Janine Böhme

Wer es an Fasching lieber narrensicher als närrisch mag, ist beim jährlich stattfindenden Wintertrainingslager der Abteilung Karate genau richtig! Unsere „Verkleidung“ jedenfalls fand ausschließlich aufgrund der oberfränkisch-winterlichen Wetterverhältnisse statt und bestand zumeist aus diversen Lagen mehr oder weniger dekorativ zusammengestellter Winter- und Sportklamotten. Zwar lag trotz der Nähe zum Fichtelgebirge kein Schnee mehr, garstig kalt und regnerisch war es zwischendrein aber schon immer wieder. So konnten wir leider unser wärmendes Lagerfeuer wegen des heftigen Windes erst am zweiten Tag entzünden… Auch die nächtliche ZEN-Meditation in unbeheiztem Ambiente war vor diesem Hintergrund eine echte Challenge; trotz Verkleidung als Michelin-Männchen habe ich so gezittert, dass zu befürchten war, dass sich dadurch die Wetterlage in Japan ändert.

Aber wir wollen es ja nicht anders! „Nur 48 Stunden“. Was für andere eine Action-Komödie aus den 80er Jahren ist, ist für uns der inoffizielle Arbeitstitel unseres Wintertrainingslagers auf der Knockhütte Obernsees. Das dauert in der Tat jedes Jahr 48 Stunden. Ungefähr jedenfalls. Mehr geht auch eher nicht. Denn die wichtigste organisatorische Regelung lautet: „Es gibt keine Duschen… und keine Betten!“ Fettgedruckt in der Ausschreibung. Damit es keiner versehentlich überliest. Und sich dann wundert. Womöglich. Zusätzlich gibt es Toiletten außerhalb und Trainingsraum unbeheizt. Steht aber nicht in der Ausschreibung. Das weiß man. Vom letzten Jahr. Oder vom Hörensagen. Aber wir wollen es ja nicht anders! Wir wollen: Grenzerfahrungen machen, trainieren, meditieren, am Lagerfeuer sitzen und beisammen sein. Und Fasching umgehen. Dringend! Selbst wenn das bedeutet, eine Weile ziemlich ungeduscht und ziemlich übermüdet zu sein.

Bemerkenswert war, dassmit der Teilnahme von Lucas und Pascal aus der Kempo-Gruppe Hemhofen im Vergleich zum Vorjahr der Altersdurchschnitt gefühlt halbiert, die Schlafdauer jedoch gefühlt verdoppelt wurde… Inspiriert durch die Anwesenheit jugendlicher Kraft und Ausdauer, sammelten wir in den 48 Stunden denn auch Berge von Feuerholz im Wald, kletterten wie die Bergziegen in unwegsamen Gelände, rekapitulierten Katas auf rehköttel-gesprenkelter Wiese, meditierten zu nachtschlafender Zeit im durchgekühlten Wandersheim und trainierten mit dampfendem Atem, bis uns wieder warm war. Zum Ausklang des Trainingslagers – dieses Jahr mit Wissen der Protagonisten – fand wieder eine Gürtelprüfung statt: Herzlichen Glückwunsch an Lucas zum 9. Kyu!

Wer nächstes Jahr ebenfalls einen Fasching-Versteck-Ort benötigt (24.-26.02.2020), melde sich gerne bei Sensei Micha Denk. Kampfkunsterfahrung ist für eine Teilnahme nicht nötig.

Verena Ryssel

 

 

 


Social Event II – Wildpark Hundshaupten
10. Januar 2019 - Janine Böhme

Auch wenn wir beim Kempo nicht, wie Walt Disneys Fähnlein Fieselschweif, jeden Tag eine gute Tat vollbringen, treffen wir uns doch in unregelmäßigen Abständen zu unseren „Social Events“. Hier nutzen wir die Gelegenheit, auch außerhalb des Trainings Spaß miteinander zu haben und dabei Sozial- oder Naturschutz-Projekte ehrenamtlich zu unterstützen. Wer Zeit und Lust hat, schließt sich an. Wer mag und hat, bringt Kind und Kegel mit.

Bereits zur guten Tradition im Kempo-Jahreskreis gehört die jährliche Mithilfe bei der Obsternte auf der Streuobstwiese des Bund Naturschutz in Atzelsberg. Dieses Jahr erstmalig und gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Schlechtwetterperiode haben wir uns dann Ende Oktober für unser letztes diesjähriges Social Event den Wildpark Hundshaupten ausgesucht. Das Ziel des Parks: „Für Groß und Klein präsentieren wir unsere Natur abwechslungsreich und authentisch - mit ganz viel Raum für Erholung und Spaß!“ klingt schließlich zu jeder Jahreszeit verlockend ...

Nach kurzer Anreise durchs schöne Frankenland fanden sich inllusive Zuspät-Kommer und Zufrüh-Geher 11 Erwachsene mit 5 Ablegern ein, um einen arbeits- und erlebnisreichen Tag miteinander zu verbringen. Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kurzen Einführung durch die stellvertretende Wildparkleiterin begann Teil 1 unseres Social-Events (nennen wir ihn den arbeitspädagogischen Teil ...): Der im Vorfeld angekündigte bescheidene Plan, gemeinsam Insektenhotels für den Park zu bauen, verwandelte sich vor Ort wie von Zauberhand in den Bau einer ganzen Hotelanlage für Insekten, Igels, Lurchis & Co.

 

Wobei „wie von Zauberhand“ vielleicht etwas untertrieben ist: Kubikmeter an Steinen, Laub, Totholz und Wurzelwerk wurden bewegt, um den Tieren vielfältige Unterschlupfmöglichkeiten für den Winter zu schaffen. Es wurde geschwitzt, geflucht und gelacht. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Und wer weiß? Vielleicht mögen unsere Bauwerke den ein oder anderen Gartenbesitzer inspirieren?

 Nachdem unsere mehr oder weniger Karate-gestählten Körper zunehmend Ermüdungserscheinungen erkennen ließen und uns die Hotelanlage luxuriös genug erschien, waren wir alle begeistert, als Teil 2 der Veranstaltung angekündigt wurde (nennen wir ihn den erlebnispädagogischen Teil, denn erlebnisreich war er allemal). So konnten wir unter fachkundiger Erläuterung der Tierpflegerin die Fütterung der drei beeindruckenden Luchsweibchen beobachten und wer Glück hatte, bekam sogar den scheuen Isegrimm zu sehen.

Als die Witterung mit fortschreitender Stunde immer herbstlicher wurde und wir genug Arbeit, Tiere und Frischluft für einen Tag hatten, improvisierten wir für alle Hungrigen natürlich auch noch einen dritten Veranstaltungsteil (nennen wir ihn den gemütlichen Teil) und kehrten in einem zünftigen fränkischen Wirtshaus zu Karpfen und Schnitzel ein.

Was mich betrifft, finde ich es sehr schön, dass wir nicht nur miteinander trainieren, sondern immer wieder mal in ungezwungener Weise Freizeit und Soziales Engagement miteinander verknüpfen. Jedenfalls freue ich mich schon auf das kommende Jahr und bin gespannt, was unser Sensei Micha an Social-Events aus dem Hut zaubert. Danke fürs organisieren!!

Verena Ryssel


Betriebssystem-Update für Karateka
9. Januar 2019 - Janine Böhme

Nach einem ersten erfolgreichen Testlauf im August, ist am 20. Oktober eine neue Seminarreihe zu „Grundlegenden Kampfkunstprinzipien“ gestartet. Statt schwitzen, kämpfen und neue Katas (Formen) lernen, lag der Fokus auf dem eigenen Körper, seiner Struktur und wie man sie am effektivsten für sich arbeiten lassen kann.

Das Niveau war hoch und es wurde konzentriert und mit viel Spaß geübt. Alle Teilnehmer brachten bereits mehrere Jahre Kampfkunsterfahrung aus verschiedenen Systemen mit, die es zum Teil zu nutzen und zum Teil zu überwinden galt. Gleich zu Anfang zeigte sich, dass eingeschliffene Muster in der Technikausführung sich langfristig sogar auf die Körperhaltung auswirken. Verspannungen, Fehlbelastungen und erhöhter Verschleiß sind die Folge - umso stärker, je unnatürlicher die antrainierten Haltungen und Bewegungen sind. Entsprechend war das Wiederfinden von natürlichen und gesundheitsfördernden Bewegungs- und Haltungsmuster Ziel des Seminars. Dabei lernten die Teilnehmer auch Muskel zu spüren, nutzen und entspannen, von denen sie zuvor nicht mal wussten, dass es sie gibt.

In der ersten Trainingseinheit wurden die Prinzipien erkundet und ein erstes Gefühl für die neue Ausrichtung des Körpers entwickelt. Beim gemeinsamen Mittagessen beim Italiener konnten die Informationen etwas sacken, bevor in der zweiten Einheit dann die Umsetzung in der eigenen Kata im Vordergrund stand. Jeder konnte in seinem Tempo üben und experimentieren, wobei nicht Kraft und Härte sondern Gespür und Lockerheit gefragt waren. Eine Herausforderung für viele, die in weißen Systemen (mit weißem Karate-Anzug) üben, in denen stets „Kime“, also ein komplettes Anspannen im Endpunkt der Bewegung gefordert ist. Dabei zeigten die Übungen an die Schlagpolster auch deutlich, dass mit einer natürlichen Gelöstheit wesentlich mehr Energie übertragen werden kann, als mit Spannung und Härte.

Zum Ende des „entspannten“ Trainings waren dann trotzdem alle erschöpft, denn die fünf Stunden waren hochgradig geistig und koordinativ fordernd gewesen. Eine Teilnehmerin formulierte es zum Abschluss sehr treffend: „Das war ein Lehrgang für das eigene Betriebssystem.“

Mit genügend Anregungen zum Umsetzen für die nächsten Monate, traten alle die Heimreise an. Das größte Lob für mich als Seminarleiterin dabei: alle Teilnehmer wollen zu einem der nächsten Seminare der Reihe oder zum Lehrgang für Nahkampfdrills im Dezember wiederkommen. =)


Gesundheitstag an der Grundschule Büchenbach
8. Januar 2019 - Janine Böhme

Nachdem Ende letzten Schuljahrs die Klasse 1b bei dem Gewinnspiel zu den „Wochen des offenen Vereinssport“ gewonnen und eine Stunde zu „Kommunikation, Selbstbehauptung und Selbstschutz“ mit Janine absolvieren durfte, ist uns eine weitergehende Kooperation gelungen. Im Rahmen des Gesundheitstags der Grundschule am 19.10. waren wir wieder mit einem Karate-Angebot vor Ort, an dem Kinder aus den ersten bis vierten Klassen in vier Gruppen begeistert teilnahmen. Die Stimmung vor Ort war gut und im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei.


Apfelernte auf dem Atzelsberg 2018
7. Januar 2019 - Janine Böhme

Schon zur guten Tradition geworden, waren wir auch diesen Herbst wieder mit auf dem Atzelsberg bei der Apfelernte vom Bund Naturschutz dabei. Mit so großer Gruppe wie noch nie, hieß es pflücken, klettern, schütteln, auflesen, aussortieren, mit dem Handkarren fahren und natürlich durchprobieren - die eigene Lieblingssorte wollte gefunden werden. Besonders die Kinder aus unseren Jugendgruppen, die mit samt Familie dabei waren, hatten ihren Spaß. Das Ergebnis konnte sich ebenfalls sehen lassen, auch wenn wir diesmal vom einsetzenden Regen frühzeitig vertrieben wurden. Für alle Helfer gab es am nächsten Tag den vor Ort frisch gepressten Apfelsaft zum Vorzugspreis zu erwerben, wobei der ein oder andere sich für den nahenden Winter eingedeckt hat - mjami =)


Sommer Tai-Kai 2018 - Impressionen
7. Januar 2019 - Janine Böhme

Als taufrisches Mitglied der Kempo-Gemeinde zu Erlangen hatte ich Spektakuläres von den Sommer Tai-Kai der letzten Jahre vernommen und war schon entsprechend gespannt auf den Realitäts-Check.

Der erste Schock bei der Ankunft (Zimmer teilen mit einer mir völlig unbekannten Dame fortgeschrittenen Alters…) verwandelte sich rasch in nachhaltige Begeisterung (Lachen, bis der Doktor kommt…). Meine Zimmergenossin aus der ehemaligen Bochum-Kempo-Gruppe erwies sich nicht nur als wandelndes Kempo-Lexikon, sondern führte mir nachdrücklich vor Augen, dass frau auch mit halbem Kampfgewicht und doppeltem Alter in der Lage sein kann, einen Angreifer in seine Schranken zu verweisen. Mit viel Gegacker bastelten wir dann auch aus genau diesem Aspekt ein Mini-Embu mit dem Titel „Der Überfall – eine luftige Improvisation“, in dem ich die Rolle des Finsterlings spielen durfte. Klar, dass ich innerhalb von 10 Sekunden auf der Matte lag…

Pünktlich zur 100-Randori-Nacht kam die erste Verstärkung zur Truppe. Ein erfahrender Shotokan-Recke im belastbaren Alter und mit frauenfreundlichem Kampfgewicht. Formidabel! Bei den vielen, rasch aufeinanderfolgenden Kämpfen mit wechselnden vertrauten Gegnern aller Größen, Farben und Formen, war es für mich die interessanteste Erfahrung, mich mit einem Vertreter einer anderen Stilrichtung im Randori zu messen. Und rein farblich sah die Sache ja auch ganz gut aus…

Aber natürlich haben wir nicht nur trainiert und gekämpft. Wobei… Auch in der Freizeit konnte ich nicht ganz vom Thema ablassen. Zufällig hatten Ramira Zielgenau und Ti Cha Pfeil und Bogen dabei, so dass ich die Gelegenheit gerne nutzte, mich im Umgang mit denselben zu üben, bis offene Blasen und Abendessen mir anderes rieten. Bis spät in die Nacht rangen wir auch ein ums andere Mal beim Risiko um die Weltherrschaft oder lösten Black Storys mit bizarren Todesfällen.

Und dann kam zur Halbzeit zum Glück die nächste Verstärkung: neben mir der zweite Weißgurt, der etwas Farbe in sein Leben bringen wollte. So angenehm es ist, mit erfahrenen Partnern zu üben, die wissen, was sie tun, so hilfreich ist es, im richtigen Moment den Mann mit denselben Interessen an seiner Seite zu haben… Kurzum: die Prüfungsvorbereitung war natürlich viel kurzweiliger in passender Gesellschaft. Und der Prüfungstag? Tja… in jedem Fall war es spannend, den höher Graduierten zuzugucken…

Leider war die Woche nur acht Tage lang. Aber man soll ja, wie es so schön heißt, dann aufhören, wenn´s am schönsten ist. In meinem Fall, wenn man Farbe angenommen hat und weitere Blessuren rein platzmäßig nicht mehr unterzubringen sind. Mein Fazit: nächstes Jahr unbedingt wieder! Danke an alle, die dabei waren, für das gute Miteinander, die endlose Geduld und den reichlichen Spaß!

Verena Ryssel